SMO - Sozialmedizinische Organisation für neurologische Rehabilitation
 

Hinweise für Patienten, Angehörige, Freunde und Pfleger

   
 

Die folgende Aufzählung von Beispielen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient als Anregung, die Situation des Patienten zu überdenken und Wege zur Problemlösung zu finden.

Das Ziel aller Maßnahmen ist die größtmögliche Selbständigkeit des Betroffenen in allen Bereichen. So erfordert jede aus einem Schlaganfall erwachsene Situation ihre individuellen Maßnahmen. Sprechen Sie daher unbedingt mit der/dem behandelnden Therapeutin/en.

Hier ein paar generelle Vorschläge

  • Geben Sie Anregungen (Besuch, Pflege, etc.) von der durch den Schlaganfall beeinträchtigten Körperseite. Alle interessanten Dinge wie Getränke, Telefon, Fernseher, sollten an der betroffenen Körperseite positioniert werden, sodaß diese aktiviert wird.
  • Überlassen Sie dem Patienten all jene Entscheidungen, die er selber treffen kann.
  • Falsche Haltung kann zu Verspannungen und Schmerzen führen, weshalb eine richtige Lagerung des Patienten wichtig ist.
  • Weite Kleidungsstücke sowie Klettverschlüsse an Kleidung und Schuhen erleichtern das Anziehen.
  • Zusätzliche Haltegriffe im sanitären Bereich bieten mehr Sicherheit.
  • Lassen Sie den Patienten so selbständig wie möglich essen, Hilfe sollte nur für eine bessere Eigenständigkeit angeboten werden.

Wenn die Sprache mitbetroffen ist (Aphasie)

  • Sprechen Sie ruhig und deutlich in kurzen, einfachen Sätzen, in normalem Tonfall und mit Blickkontakt. Vermeiden Sie Telegrammstil und Kindersprache.
  • Wenn der Patient etwas nicht versteht, sollten Sie nicht oft hintereinander dasselbe Wort wiederholen, sondern den Sinn auf andere Weise zu übermitteln versuchen. Entweder mit anderen Worten oder durch ihre Mimik, etc.
  • Lassen Sie dem Patienten Zeit! Warten Sie längere Pausen ab, fallen Sie dem Patienten nicht ins Wort, helfen Sie auch nicht mit Worten aus, solange der Patient noch überlegt.
  • Wenn der Patient Fehler macht, verbessern Sie ihn nicht ständig. Es ist wichtig, daß das, was er sagen will, bei ihnen ankommt. Dabei kommt es auf die Inhalte, nicht auf die Form an.
  • Es kann vorkommen, daß der Patient etwas anderes sagt, als er sagen will, denn er kann sein "Sprechen" nicht kontrollieren. Er verwechselt z.B. Ja/Nein, rechts/links, etc.
  • Manchmal kann der Patient von einem Wort oder einem Satz nicht wieder loskommen, obwohl er selbst merkt, daß er etwas Falsches sagt. Falls der Patient nichts anderes sagen kann, sollten Sie versuchen, aus der Sprechmelodie und der Situation zu schließen, was gemeint ist.
  • Der Patient kann in der Lage sein, zu singen oder Wochentage und Zahlen der Reihe nach aufzusagen, auch wenn er spontan sonst nichts äußern kann.
  • Sie sollten Verstehen nicht heucheln. Sagen Sie dem Patienten, was Sie verstanden haben und fragen Sie ihn nach fehlenden Informationen so, daß er mit Ja/Nein oder mit einem Wort antworten kann. Wenn dies nicht möglich ist, ermuntern sie den Patienten, das Gewünschte zu zeichnen oder zu zeigen.
  • Der Aphasiker hat auch Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Allerdings gelingt es ihm oft, Einzelwörter, Zeitungsüberschriften u.a. wiederzuerkennen.
  • Geben Sie dem Patienten weder einen Setzkasten noch eine Schreibmaschine. Er hat nicht nur wegen der gelähmten Hand Mühe, sondern meist auch Probleme im Planen der richtigen Buchstabenfolge.
 
 
  last update 31.01.2005