Patientengeschichten: Siegfried Lang

Ich gehe jetzt wieder auf Leute zu, langsam kommt es wieder, aber die ersten zwei Jahre habe ich lieber niemanden gesehen.

Ich bin am 5. Mai 2006 um halb sieben aufgestanden und es war mir nicht gut. Gegen halb acht habe ich den Gemeindesekretär angerufen und ihm gesagt, dass ich heute nicht ins Rathaus komme. Meine Frau war zu dem Zeitpunkt gerade im Krankenhaus, also war ich alleine zu Hause. Zu Mittag ist dann meine Tochter gekommen und hat gesagt, ich soll zum Arzt gehen. Ich bin dann mit dem Auto zum Doktor gefahren. Der hat mich untersucht. Ich habe mich normal gefühlt und bin wieder nach Hause gefahren. Aber kurz nachdem ich zu Hause war, ist der Doktor mir nachgekommen und eine Weile vor mich hingestanden und hat mich angeschaut. Und schließlich hat er gesagt:

„Du hast einen Schlaganfall gehabt.
Du musst gleich ins Spital“.

Ich habe gewusst, was das bedeutet, weil meine Mutter mit 43 auch einen Hirnschlag hatte und ich als Jüngster bei ihr war. Ich fühlte mich wohl, habe vom Schlag gar nichts gemerkt, habe auf der Bank gewartet, habe die Sanitäter begrüßt, kann mich auch an Einzelheiten der Fahrt erinnern.

Das gesamte Interview mit Siegfried Lang