Rehabilitation
5 Säulen der Identität – Grundhaltung
der therapeutisch, fachlichen Ausrichtung
Wir orientieren uns am Verständnis der integrativen Therapie wie sie Prof. H. Petzold in den fünf Säulen der Identität beschreibt. Die Bedeutung dieser haben wir für den Arbeitskontext unserer tagesklinischen und ambulanten neurologischen Rehabilitation adaptiert.
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Der Leib ist als ein Ganzes zu sehen, nicht auf Teile zu reduzieren. Er ist mehr als die Summe aller Teile. Der Leib ist das Mosaik aus Körperlichkeit, individuelle Lebensgeschichte und Erfahrungen – das was uns ausmacht als Mensch der wir sind. Der Leib wird durch die Krankheit in Teile zerlegt im Sinne nicht mehr funktionierender, körperlicher Strukturen.
Ziel und Anliegen der Rehabilitation ist: Im gemeinsamen Bestreben mit dem Patienten und Angehörigen, sollen die basalen Körperfunktionen und Strukturen, im Sinne der Wahrnehmung, Bewegung, Ernährung, Kommunikation erfahrbar und spürbar werden.
Bestehende Angst- und Ohnmachtgefühle sollen sich in positive Leibgefühle, Sicherheit und Wohlbefinden wandeln. Unser Blick geht zu aller erst auf die Stärkung und Erweiterung der Potentiale des Patienten. Auf diese Weise wird der Patient in seiner Ganzheit angesprochen und angefragt.
XJeder Mensch ist eingebunden in ein soziales Netz von Familie, Freunden und anderen Menschen, denen er mehr oder weniger regelmäßig begegnet. Wichtige Bezugspersonen verbleiben über lange Zeit in der Lebenswelt des Einzelnen und geben der Identität Halt, Geborgenheit und Sicherheit.
Durch das Krankheitsereignis kommt es zum Herausfallen aus diesen halt gebenden Strukturen, für Patienten und Angehörige gleichermaßen.
Ziel und Anliegen der Rehabilitation ist: Der Patient soll in seine sozialen Strukturen wie Partnerschaft, Familie, Freunde und Arbeit integriert sein, um ganzheitlich zu gesunden. Dazu bedarf es, dass wichtige Bezugspersonen Therapie begleitend in einem hohen Maß mit eingebunden sind.
XIn der Arbeit, im konkreten Tun und in der Leistungsfähigkeit erkennt und verwirklicht
sich der Mensch.
Durch die Erkrankung kommt es zu massiven Störungen, bis hin zum kompletten Verlust der Arbeits- und Leistungsfähigkeit – das Selbstbild als wertvolles, Leistung erbringendes Mitglied der Gesellschaft geht verloren.
Ziel und Anliegen der Rehabilitation ist: Durch gezielte Förderung und Forderung dem Patienten einen Rahmen zu bieten, die eigene Leistungsfähigkeit zu erkennen
und zu erweitern.
Materielle Sicherheit bedeutet, wenn die finanzielle Absicherung über das Einkommen und die Grundversorgung gewährleistet sind, sowie der Ort des Wohnens Geborgenheit und Sicherheit gibt. Durch die Erkrankung kommt es zur Konfrontation mit enormen finanziellen Belastungen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, von der persönlichen Basisversorgung bis hin zu notwendigen Veränderungen der Wohnsituation.
Ziel und Anliegen der Rehabilitation ist: Der Patient erhält die für ihn entsprechende Unterstützung zur Gewährleistung seiner Grund- versorgung. Der Patient und die Angehörigen sollen durch gezielte Beratung, Informationen, Kontaktadressen und Kontaktvermittlung in der Sicherung ihrer materiellen Situation unterstützt werden.
XDie Menschen beziehen aus ihren Werten Sinn und Kraft. Das Gefühl von Wert-Sein entspricht dem Urvertrauen, dem Gefühl, in seinem Selbst angenommen zu sein, selbst jemand zu sein, selbst wert zu sein.
Durch die Erkrankung wird dieses Wert-Sein in Frage gestellt. Ziel und Anliegen der Rehabilitation ist: Wir versuchen die Patienten in ihrem „Wert-Sein“ mit ihren Einschränkungen anzunehmen; sie spüren zu lassen, dass sie von uns gehört und ernst genommen werden in ihren Aussagen und auch in dem, was sie uns nicht ersichtlich mitteilen wollen und können.
Durch diese persönliche Haltung soll die Selbst- Annahme im Patienten induziert und angeregt werden. Daraus erwachsen die Ziele der Rehabilitation aus dem ureigensten Grund der Person und sind von ihr selbst zu finden.
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