Rehabilitation

Neurogenese –
Neue Erkenntnisse und Auswirkungen
auf die neurologische Rehabilitation

Ein fundamentaler Wandel hat sich in den Neurowissenschaften in den letzten Jahren vollzogen. Das Jahrzehnte bestehende Dogma die Neurone des Gehirns wären von Geburt an vollständig - ist falsch. Das Gegenteil ist der Fall: In einem bedeutenden Teil des Gehirns, dem Hippokampus bilden sich zeitlebens neue Nervenzellen. Man nennt dies Neurogenese. Dies ist Voraussetzung dafür, dass sich neue Erfahrungs- und damit Lerninhalte bilden und langfristig verankern können.

Durch traumatische Ereignisse wie z.B. Schlaganfall, Schädel HirnTrauma sind Nervenzellen und Verschaltungen zerstört worden. Durch aktivierende, inspirierende Ereignisse wird die Neubildung von Nervenzellen angeregt. Erst eine reizreiche Umgebung – eine „Anreizlandschaft“ die den Patienten lockt. Neues auszuprobieren und zu entdecken, lässt diese Vorläufernervenzellen in einem Zeitraum von 3 – 4 Wochen zu reifen Neuronen heranwachsen.

Für die Rehabilitation generell bedeutet dies ein radikales Umdenken, weg von repetitivem Üben, hin zu sinnvollem, den ganzen Menschen herauslockenden, Tun. Unsere Arbeit in der SMO -neurologischen Rehabilitation will Anreizlandschaft sein – die Patienten durch gezielte Reizsetzung einladen und ermutigen neue Erfahrung zu machen – um dadurch Neurogenese und damit neues Nervenzellenwachstum zu induzieren. Ziel einer Reha ist es zu unterstützen wieder in die eigene Kraft zu kommen.

So müssen und können Rehabilitationsziele immer auf die eigene Lebenswirklichkeit des Patienten ausgerichtet sein, verstanden als Bereiche die für den Menschen bedeutsam und sinnvoll sind. Nur dann ereignet sich Neurogenese als zentrale Voraussetzung gelingender Rehabilitation.